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Die Pfalzschnecke“: Zuchtfarm für Weinbergschnecken

60.000 Weinbergschnecken und jede Menge Genuss

Zu seiner Schneckenfarm kam der Grünstadter Hotelier Stefan Charlier buchstäblich wie die Jungfrau zum Kinde. Als er eines Morgens im Internet von einem Seminar für die Zucht von Weinbergschnecken las, sagte er zu seiner Frau Gabriele: „Es gibt doch nichts, was es nicht gibt.“ Weil beide immer schon Lust daran hatten, Trends aufzuspüren, meldeten sie sich kurzerhand dort an.

Weinbergschnecken stehen auf der roten Liste für artengeschützte Tiere und deshalb kann die wachsende Nachfrage der Gastronomie nur durch Zucht befriedigt werden. Dass die Schnecke wieder salonfähig geworden ist, hatten die Charliers bereits in ihrem Pfalzhotel Asselheim bemerkt. Schon immer Freunde schneller Entschlüsse stand für die beiden Unternehmer alsbald fest: Wir machen eine Schneckenfarm auf!

Bis sich die Pforten dann im Juni 2007 allerdings öffneten, sollten noch etliche Monate vergehen. Daran schuld war nicht etwa mangelnde Risikofreude, sondern zuerst der Weg durch die behördlichen Instanzen. Denn insgesamt acht Ämter und Institutionen haben bei der Eröffnung einer solchen Zuchtfarm ein Wörtchen mitzureden. Ein optimales Grundstück war anschließend zwar schnell gefunden, aber viele Nachbarn hatten Angst, dass die Schnecken ihre Gärten überschwemmen und ihr Gemüse wegknabbern würden. Dass dies dank eines grünen Zauns, der aufgrund einer Fett-Salz-Mischung für die Schnecken unüberwindbar ist, nicht geschehen wird, konnten die Charliers in Aufklärungsgesprächen gut vermitteln.

„Darüber waren wir sehr froh, denn das Wunsch-Grundstück am Fuß der Asselheimer Wein-berge ist ideal“, erläutert Stefan Charlier. Zum einen sei die Gegend um den Weinort „steinreich“, also von Kalksteinen geprägt. Kalk brauchen die Schnecken zu Stärkung ihres Häuschens. Zum anderen war das Areal mehrere Jahre nicht bewirtschaftet worden und damit ökologisch einwandfrei. Das Eckgrundstück ist von allen Seiten leicht erreichbar und relativ eben. Vor allem aber, so Charlier, sei die Lage inmitten von Weinbergen authentisch: „Hier gehören Weinbergschnecken hin!“

Nach anderthalb Jahren war schließlich die Baugenehmigung da. Dann ging es – auch dank der tatkräftigen Hilfe des Grundstücksverpächters Bernd Triebel – Schlag auf Schlag: Innerhalb von drei Monaten wurden ein Brunnen gebohrt, Pfosten gesetzt, die späteren „Wohnbeete“ angelegt, mit rein biologischem Kompost gedüngt und mit Samen von Wildkräutern und Blumen bestreut, die Schneckenzäune errichtet und eine Bewässerungsanlage installiert. Am 30. Juni 2007 wurde die Schneckenfarm dann offiziell eröffnet.

60.000 Weinbergschnecken finden eine neue Heimat
Seitdem wiederholt sich dort jedes Jahr die gleiche Prozedur: Am 1. Mai beziehen die Schnecken ihr neues Zuhause. Zuvor sind die schönsten, übrig gebliebenen Exemplare des Vorjahres aus dem Winterschlaf erwacht und haben in einem Gewächshaus bereits für Nachwuchs gesorgt. Im Lauf der Saison, die von April bis Oktober dauert, wächst die Population auf bis zu 60.000 Exemplare an. Auf der Pfalzschnecken-Farm tummeln sich 50.000 Exemplare der Sorte Helix aspersa (gefleckte Weinbergschnecke) und 10.0000 Exemplare der Sorte Helix pomatia (Burgunderschnecke).

Die nachtaktiven Tiere suchen tagsüber Schutz unter schattenspendenden Brettern, nachts futtern sie sich durch Thymian, Mangold, Lupinen, Sonnenblumen, Spinat, Raps, Kohl und andere Leckereien. „Und das alles absolut ökologisch! Weder Pestizide noch Pflanzenschutzmittel oder Dünger kommen zum Einsatz“, betont Charlier. Damit sich die Tierchen gut entwickeln, achtet er auf den richtigen Mix von lockeren, kalkreichen Böden, ausreichend Feuchtigkeit und einwandfreier Fütterung. Der Lohn im Herbst sei ein leicht nussiger Geschmack mit einem Hauch von Wildkräutern und eine zarte, bissfeste Konsistenz. Ein Großteil der Population wird im Oktober eingesammelt, eingekocht und in einen Gemüsefond eingelegt. Was sich daraus zaubern lässt, zeigt der gelernte Koch in seinem Koch- und Backbuch „Die Pfalzschnecke“.

Lebendige Schneckenkultur
Dort haben die Schnecken nicht nur in den Kochtöpfen Einzug gehalten. Sie finden sich im Schneckenbrunnen des bekannten, lokalen Bildhauers Theo Rörig genauso wieder wie in vielen Kunstwerken und -gegenständen. Ein eigener Pfalzschnecken-Cuvée und ein Pinot Noir Schnecco Secco vom Weingut Bernd Triebel ergänzen die Weinkarte. Es gibt einen aufwändig gestalteten Festwagen, von dem aus die Schneckenkönigin Alma I. regelmäßig bei Umzügen und Festen als Botschafterin für die Farm wirbt. Zwischen Mai und Oktober führt Stefan Charlier jeden Sonntag um 14.30 Uhr etliche Besucher über seine Asselheimer Schneckenfarm. Kulinarische Imbissvariationen wie Pfalzschnecken-Bärlauch-Krustini oder Schneckenpfännchen bietet das Pfalzhotel bei einer Reihe von regionalen Veranstaltungen wie dem bekannten Sausenheimer Höllenpfad an.  

Auch nach so vielen Jahren hat die Schnecke an Faszination für Stefan Charlier nichts verloren. Für ihn ist sie das Sinnbild der Entschleunigung. In seinem Kochbuch formuliert er es so: „Die Schnecke ist ein Feinschmecker. Sie schlingt ihre Speisen nicht hastig hinunter. Was sie auch zu sich nimmt, sucht sie sorgfältig aus und verleibt es sich genießerisch ein.“

 


Abdruck honorarfrei – (723 Wörter)

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